Partnerschaft für Demokratie Wörth am Rhein

Veranstaltungen

Wieddewiedewitt sie und gefällt…

 
 

Rentiere, Schneemänner und Weihnachtsbäume sind dieser Tage häufiger im Ortsbild von Maximiliansau zu sehen. Die Naturfreunde haben die Holzfiguren mit den Messdienern gebastelt. Die ersten Figuren wurden beim Weihnachtsmarkt am Samstag präsentiert.

Bei Touren durchs Elsass sind sie Mario Daum immer wieder aufgefallen: Holzfiguren zu verschiedenen Themen, die an Ortseingängen oder an zentralen Plätzen stehen. Der Maximiliansauer nennt Haguenau oder auch Climbach, wo die Ortsdurchfahrt so aufgelockert wird. Daum, der sich unter anderem im Stadtrat engagiert, sprach Ortsvorsteher Jochen Schaaf an, ob dies nicht auch etwas für Maximiliansau sei. „Uns beiden ist eine Gemeinschaftsaktion in den Sinn gekommen.“ Junge Leute sollten eingebunden werden. So wurden die Messdiener der katholischen Kirchengemeinde ins Boot geholt, ebenso die Naturfreunde, bei denen Daum und Schaaf Mitglieder sind. Oliver Jauernig von den Messdienern organisierte den Keller des katholischen Pfarrzentrums, der von der Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt wurde. Dort wurde fleißig gewerkelt.

25 Helfer mit Figuren beschäftigt

Die Formen wurden von Denise Schwantag entworfen und mittels Beamer auf Spanholzplatten projektziert und aufgezeichnet. Dann wurde ausgesägt, geschmirgelt, grundiert und angemalt. Insgesamt waren 25 Helfer an dem Tag beschäftigt, berichtet Jauernig. Der jüngste Helfer war dabei 6 Jahre, freut sich Heidi Kraus, Vorsitzende der Naturfreunde Maximiliansau, über die generationenübergreifende Zusammenarbeit. Toll findet Daum, dass auch einige Mädchen dabei waren, die vermutlich zum ersten Mal mit einer Säge gearbeitet haben. „Schön ist es, dass jeder seinen Teil beitragen konnte und so gemeinsam etwas schönes geschaffen wurde“, so Kraus. Manch ein Teilnehmer hat ein neues Talent bei sich selbst entdeckt.

Weihnachtliches Hilfsprojekt

Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“. Bei den Naturfreunden waren auch Menschen dabei, die als Flüchtlinge in die Südpfalz kamen. Und da harte Arbeit auch hungrig macht, sorgten die Messdiener auch gleich für das leibliche Wohl. „Felix hat sein Koch-Talent entdeckt“, lobt Jauernig seinen Kameraden Felix Mols, der zusammen mit einer Messdienerkollegin unter Anleitung einer Mutter Spaghetti Bolognese zauberte – sogar in veganer Variante.

Die Figuren tauchen bald im Ort auf

30 Figuren mit 5 verschiedenen Motiven sind bei dem Aktionstag entstanden – neben Rentieren, Schneemännern und Tannenbäumen auch Weihnachts- und Lebkuchenmänner. „Trotz der kurzen Vorbereitungszeit ist das Ergebnis gelungen“, findet Daum. Aufgestellt werden sollen sie an den Ortseingängen, am Bürgerhaus in der Hermann-Quack-Straße und im Bereich der Kindergärten. „Man kann auch selbst dabei helfen den Ort schöner zu machen, ohne nur zu hoffen, dass es jemand anderes tut.“ Weitere Figuren, passend zu anderen Jahreszeiten, sollen folgen. Gesprochen werden soll dann auch mit den Kindergärten. Diese sollen beim Bemalen eingespannt werden.

Teamwork ist bereits erprobt

Es war übrigens nicht die erste Kooperation zwischen Messdienern und Naturfreunden in Maximiliansau. Bereits zur diesjährigen 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend bauten die Messdiener nach Anleitung der Naturfreunde Insektenhotels. Zudem wurden damals Blumenbeete angelegt, Müll aufgelesen und Stromkästen verschönert. Ein Flohmarkt brachte zusätzliches Geld, das die Messdiener an die Lebenshilfe und an die Kinderhilfsprojekte von Father Allam in Indien spendeten. Je 1000 Euro gingen an die Projekte, berichtet Oliver Jauernig, der als jüngstes Mitglied im Ortsbeirat von Maximiliansau sitzt.

Jugendforum: Klimaschutz

 

Interessierte Schüler, aktive Fridays-for-Future-Demonstranten und die Stadtspitze von Wörth, allen voran Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) tauschen sich über Klimaschutz aus. Die Erwartungen an die Verwaltung sind groß. Der politische Nachwuchs ist begeistert, mitreden zu dürfen.

 

Rund 60 Schüler der drei weiterführenden Schulen in Wörth strömen mit ihren Lehrern in den Sitzungssaal des Rathauses. Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) hat sie zu einer Diskussionsrunde über Klimaschutz und Engagement eingeladen. „Normalerweise ist der Altersdurchschnitt der Ratsmitglieder bei knapp 65, wenn ich hier sitze“, sagt er zu Beginn. Und dass er sich freuen würde, wenn sich die Jugendlichen artikulieren. Die nächsten zwei Stunden tun sie das dann auch.

„Jugendliche für Gremienarbeit zu motivieren, ist schwierig. Nicht nur hier, sondern bundesweit“, sagte Jeannette Burkhardt noch kurz vor der Veranstaltung. Sie ist für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hier und Ansprechpartnerin für Projektgelder, die zivilgesellschaftliche Programme fördern sollen. Zielpublikum sind im besonderen Kinder und Jugendliche. Sogar eine App namens Yovo wurde entwickelt, um die Beteiligung von Jugendlichen an kommunalen Themen anzuschieben.

App für Jugendliche bei Zielgruppe unbekannt

Was so modern klingt, ist dennoch nicht einfach. So war Burckhardt im Europa-Gymnasium, ließ über die Klassenlehrer Informationen verteilen und im Schulhof ein riesiges Werbebanner für Yovo aufhängen. Einige Zeit später hakte sie im Rahmen einer Aktion im Schülercafé bei den Schülern nach: „Ich schwöre, alle fragten ‘was ist das für eine App?’ Das heißt, wir müssen die Ansprache der Jugendlichen grundsätzlich neu denken“, stellt sie Bisheriges in Frage.

Auf einem Tisch liegt Werbematerial. Bienenblumensamen, Bleistifte, Aufkleber, Kühlschrankmagnete, Kulis und Mouse-Pads. Die Kulis sind am begehrtesten. Die handelsüblichen Pads hingegen scheinen für die heutige Konsolen-Generation wenig attraktiv, da sie keine Gästehandtuchgröße haben. Allenfalls ein Lehrer greift mal zu. Die Veranstaltung hingegen ist griffiger.

Nitsche wird akzeptiert, ohne sich anbiedern zu müssen. Reaktionen und Aufmerksamkeit der Schüler signalisieren: Der Mann kommt ehrlich rüber und nimmt die Schüler ernst. Zur Einführung wird ein kurzer Film über den aktuellen Stand der Klimaforschung gezeigt. Nüchtern im Ton, aber dramatisch in den zu erwartenden Konsequenzen. Jana Cappel von der Stabsstelle Nachhaltige Stadtentwicklung referiert über die Erfolge der vergangene Jahre, Nitsche und sein Beigeordneter Thomas Krämer stellen die geplanten Klimaschutzmaßnahmen vor, die der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität unter Krämer am Vorabend beschlossen hat und in anderthalb Wochen auf der Stadtratssitzung beraten werden wird. Immer wieder gibt es Zwischenfragen und Anregungen aus der Runde, keine bleibt unbeantwortet.

Veranstaltung wird spontan verlängert

In zwei Workshops erarbeiten die Schüler anschließend umwelt- und klimapolitische Erwartungen an sich und die Verwaltung. Als die Diskussion aufgrund des nahenden offiziellen Endes zu kurz geraten könnte, hängt Nitsche noch 20 Minuten dran. Irina Müller aus Landau ist sehr angetan. Die 20-Jährige ist Gast für die Landesgruppe Südpfalz von Fridays for Future: „Für so eine Veranstaltung gibt es Bedarf. Es ist unfassbar wertvoll, konkret mitarbeiten zu können und anders, als nur auf der Straße zu stehen. Man muss selbst viel mehr in die Verantwortung, als sich nur über die Unfähigkeit eines Klima-Kabinetts zu beschweren.“ Auch die 17 Jahre alte Abiturientin Souleicha findet die Runde gut. Nicht nur Friday for Future, sondern auch ihr Freundeskreis habe sie bewusster für das Thema gemacht. Inzwischen gibt sie im Jugendtreff ihrer Moschee regelmäßig Klima- und Umweltinformationen an Kinder weiter.

Gegen Ende wird Nitsche neugierig und fragt in den Saal, wer denn schon ein eigenes Auto habe. Sechs, sieben Hände gehen hoch. Den Führerschein wiederum haben sogar die meisten der jungen Leute. Am Ende fordert er die Jugendlichen dazu auf, mit ihm und Krämer in Kontakt zu bleiben: „Wir haben beide Email-Adressen, einfacher geht es nicht!“ Kurz vor dem Ende noch eine Frage an Muhammet (18) aus Kandel. Hat er nach dieser Veranstaltung ein schlechtes Gewissen wegen seines Autos? „Ich verkauf’s!“ Er lächelt.

Zur Sache: Was die Stadt Wörth fürs Klima tun will

Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität hat am Donnerstag über ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz und Nachhaltigkeit beraten, über das der Stadtrat Ende Oktober entscheiden soll. Im Kern heißt das: Energie sparen, mehr Strom und Wärme selbst produzieren und mehr Grün. Hervorgegangen ist dies aus einem gemeinsamen Antrag der rot-grünen Koalition im Stadtrat.

Dazu ist die „Neue Energie Wörth GmbH“ in Gründung: Dieses gemeinsame Unternehmen der Stadt und der Pfalzwerke soll Strom mit Solaranlagen auf Gebäuden der Stadt und der Wohnbau erzeugen. Das Nahwärmenetz in Wörth – zwei Kraftwerke am Badepark und an der Kastanienstraße versorgen zahlreiche öffentliche Gebäude und Wohnblocks – soll erweitert werden, ein neues Nahwärmenetz soll in Maximiliansau entstehen: Die geplanten Wohngebäude auf dem „Kappelmann-Gelände“, Wohnblocks an der Nachweide und an der Sparbenhecke und mehrere öffentliche Gebäude wie die Hallen oder die Tullaschule sollen daran angeschlossen werden.

In Schaidt könnte eine „Biomasse-Pyrolyse-Anlage“ entstehen, in der aus Hackschnitzeln und anderen Holzabfälle bei hohen Temperaturen Holzkohle, Strom und Wärme gewonnen werden sollen – sie wäre abgesehen von einer Pilotanlage in Eberswalde in Brandenburg die erste Anlage dieser Art in Deutschland, so Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) zur RHEINPFALZ.

Modernisierte Gebäudetechnik und Leuchtdioden zur Beleuchtung von Gebäuden und Straßen soll Energie sparen. Außerdem sollen Heizung, Lüftung und Warmwasser städtischer Gebäude aus der Ferne gesteuert werden können (Gebäudeautomation), öffentliche Gebäude nur noch auf 20 Grad geheizt werden – außer den Schwimmbädern.

Bei allen Neubauten der Stadt sollen Fassaden und Dächer möglichst begrünt werden. Privaten Bauherren soll in Bebauungsplänen energiesparendes Bauen vorgeschrieben, Steingärten ausgeschlossen werden. Mindestens 1000 Bäume sollen im Stadtgebiet gepflanzt, der Wörther Altrhein „revitalisiert“ und die Kehle in Maximiliansau gepflegt werden, um das Mikroklima zu verbessern.

Zur Reduzierung von Plastikmüll soll der Bußgeldrahmen für Verschmutzungen im öffentlichen Raum ausgeschöpft werden – das Ordnungswidrigkeiten-Gesetz sieht bis zu 55 Euro Bußgeld vor. Durch eine Informationskampagne soll der Verbrauch von Plastiktüten und Einwegbechern sinken. Für ihren Fuhrpark will die Stadt vorrangig Elektrofahrzeuge anschaffen, ansonsten Fahrzeuge mit Hybrid- oder Gasantrieb.

Im gesamten Stadtgebiet soll mit wenigen Ausnahmen Tempo 30 gelten, sogar Tempo 10 vor Kindertagesstätten und Schulen, aber auch in der Ludwigstraße in Wörth zwischen den beiden Kirchen. Die Einrichtung von Fahrradstraßen in Teilen der Eisenbahnstraße in Maximiliansau und in der Wörther Ottstraße soll geprüft, das Parken soll „in zentralen Ortslagen“ neu geordnet werden. Das Verkehrsaufkommen vor Schulen soll vermindert werden und es soll bessere Radwege und Fahrradabstellmöglichkeiten geben.

Personen bunt

Kulturkreis für alle Stadtteile

Am 24.06.2019 fand das erste Treffen unseres neuen Kulturkreis für Wörth, Maximiliansau, Schaidt und Büchelberg statt. Aufgerufen waren alle Vereine, Verbände und Akteure der Zivilgesellschaft , die sich dafür interessieren, sich zu vernetzen, besser zusammen zu arbeiten und mehr kulturelle Veranstaltungen in Wörth am Rhein stattfinden zu lassen.

Es war eine schöne und konstruktive Runde, in der die Themen gegenseitige Unterstützung bei der Vereinsarbeit, gemeinsame Anschaffung, Lagerung, Verwaltung und Nutzen von Material ; gemeinsame Veranstaltungen ( z.B. Stadtfest 2021) und gemeinsame Ansprache/Werbung Themen waren.

 

Zukünftig soll es regelmäßige, für alle offene Treffen geben, deren Termine jeweils per Doodle gefunden werden.

Sie möchten dabei sein? Hier der Doodle für das nächste Treffen:

https://doodle.com/poll/kc9a7d263aut8irb

Um sich für den Verteiler des Kulturkreis einzutragen, schreiben Sie gerne eine Email an Jeanette.Burkhardt@ib.de

Die Gruppe macht’s”- Demokratie von Anfang an!

Naturfreunde Maximiliansau gründen eine Kindergruppe

Angesprochen sind Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, die sich für das Geschehen draußen in der Natur interessieren, die gerne mit anderen Kindern die Natur erforschen, Spaß am Spiel haben und Teil einer Gemeinschaft sein möchten.

Die Gruppe trifft sich ab dem 03. Juni immer montags von 17:00 – 18:30 Uhr in der Pfortzer Stubb, im Alten Schulhaus, Schulstraße 5 in Maximiliansau.

Bei Interesse bitte anmelden unter: naturfreunde-maximiliansau@t-online.de oder mobil: 0177 2133 975